Die tägliche ideologische Abrichtung im Fernsehen

von ledler87

Montag 27.7.2015

Urlaubs-Zeit ist ausnahmsweise mal Fernseh-Zeit. In irgendeinem Sender vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk lief so eine Arzt-Schnulzen-Sendung. Die Szene: Eine Familie sitzt am Esstisch, und der Bub zickt herum, woraufhin er von der Mutter angemeckert wird. Die Männer in der Familie seien ja so stur, sagt deshalb eine Frau. Woraufhin ein Mann zu einer anderen Frau fragt: ,,Weißt du, was sie damit meint?“ Antwort mit triumphierendem Gesichtsausdruck: ,,Ja!“
Ich schalte um: Im ebenfalls öffentlich-rechtlichen RBB wird mir in der Sendung „Schloss Einstein“ ein knutschendes Lesben-Paar serviert.

20:15 Uhr, wiederum RBB: Film: ,,Der Baum der Erlösung“. Es geht um einen „Ehrenmord“ in Tirol – eigentlich. Denn die hauptsächliche Botschaft des Films scheint darin zu bestehen, zu suggerieren, dass FPÖ-Wähler genauso schlimm seien wie „Ehrenmörder“. Ein Politiker im Film, der offensichtlich als FPÖ-Karikatur dargestellt ist, fordert einen totalen Einwanderungsstopp. Die FPÖ-Sympathisanten werden als Primitivlinge dargestellt, die ihre Söhne dafür verurteilen, dass sie mit einer türkischen Freundin anbandeln. Dieses Verhalten gegenüber den Söhnen sei ja wohl auch nicht besser als das Verhalten jener Türken, die ihre Töchter wegen einer Beziehung zu einem österreichischen Freund verurteilen – so soll anscheinend suggeriert werden, dass diese FPÖ-Wähler auf einer Stufe mit „Ehrenmorden“ stünden.

Eines der Mädchen im Film wurde ertränkt. Am Ende des Films stellt sich dann aber natürlich noch heraus, dass der Mörder in Wirklichkeit ein Fremdenfeind war. So passt alles wieder ins politisch korrekte Raster. Woraufhin sich der junge Türke radikalisiert und gegen die österreichische Bevölkerung hetzt. Tenor: Abschottung und Parallelgesellschaften passieren nur, weil die armen Ausländer von den gemeinen Fascho-Österreichern diskriminiert und ausgegrenzt werden.

Die Frau des Türken begeht übrigens einen Selbstmord-Versuch und sagt mit der Schlinge am Hals zu ihrem Mann: „Ich ertrage euch Männer einfach nicht mehr.“ Eine feministische Botschaft ist also auch gleich untergebracht: Nicht Multikulti, sondern das Patriarchat ist an allem Schuld.
Ich schalte um auf das ebenfalls öffentlich-rechtliche ZDF: Film über US-Kampfdrohnen, die von einem Computer in den USA gesteuert werden. Die Hauptfigur des Films ist ein Soldat, der tagsüber afghanische Talibans vom Computer aus tötet, um anschließend zu seiner Frau zum Grillen zu fahren.
Fast alle Soldaten in der Einheit befürworten die Kampfdrohen-Methoden. Der einzige Rebell ist natürlich mal wieder – eine weibliche Soldatin. Die männliche Hauptfigur hat dagegen zunächst keine Zweifel an den Methoden der Kriegführung, leidet jedoch psychisch daran. Woraufhin die Soldatin zu ihrem männlichen Kollegen sagt, dass ihr dieses Leiden immerhin sympathisch sei, denn wenigstens bekäme er „keinen Ständer“ von den Tötungen.
Fazit des öffentlich-rechtlichen Belehrungs-Abend: Männer sind „Sturköpfe“, die gerne „Ehrenmorde“ an Mädchen begehen, und die „einen Ständer“ bekommen, wenn sie afghanische Familien mit einer Kampfdrohne töten.

Mittwoch, 29.7.2015
RTL: In der Sendung ,,Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ geht eine junge Frau eine Schein-Ehe ein, um einen von ihr gemochten Ausländer vor der Abschiebung zu schützen. Durch die gesamte Sendung zieht sich die Tendenz, dass derartiges Verhalten völlig legitim sei.

ARD, 22:45 Uhr: „Anne Will“ diskutiert über Asylpolitik. Bereits der Titel der Sendung („Zeltstädte, Stimmungsmache, Brandanschläge – Sieht so deutsche Willkommenskultur aus?“) gibt die anti-deutsche Stoßrichtung vor. Frau Will möchte zu Beginn der Sendung von der aus Syrien geflüchteten Maya Alkhechen wissen, ob „gute“ syrische Flüchtlinge gegen „schlechte“ andere Flüchtlinge ausgespielt würden. Sie antwortet daraufhin, es sei „nicht in Ordnung“, wenn man sage, dass es „gute“ gegen „schlechte“ Flüchtlinge gebe. Schließlich ginge es keinem Flüchtling darum, „aus Lust und Laune“ seine Heimat zu verlassen. Fragt sich nur, wer dies in Deutschland in Frage gestellt hätte. Es wird von den Kritikern der Asylpolitik eben nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Flüchtlingen unterschieden, sondern es werden unterschiedliche Rechtslage und unterschiedliche Folgen von Kriegsflüchtlings-Einwanderung und Wirtschaftsflüchtlings-Einwanderung konstatiert. Dass Alkhechen und Will etwas Anderes suggerieren, ist schon zu Beginn der Sendung die nächste dreiste Frechheit, nach bereits der Sendungs-Titel eine dreiste Frechheit ist.

Anne Will wirft Monika Hohlmeier (CSU) daraufhin mit moralisierender Anklage einen Satz auf Hohlmeiers Internetseite vor: Wenn sie dort Sätze lese wie „Wir müssen die Flut an falschen Asylbewerbern eindämmen“, dann „klingt das für mich herzlos und kalt“.

Anne Will hält Ramlow allen Ernstes vor, er habe davon gesprochen, dass Deutschland ,,überrannt“ werde. Ramelow erklärt daraufhin natürlich brav, er habe nicht gesagt, dass Deutschland überrant werde, sondern die ganze Welt würde überrannt. ,,Deutschland haben Sie gesagt!“, insistiert daraufhin hartnäckig Anne Will, was dieser natürlich bestreitet.

Später hetzt Ramelow erneut anti-deutsch: „Ich hab das Gefühl, wir bekämpfen die Flüchtlinge und nicht die Fluchtursachen.“ Er erkenne ein Klima, „das mir Angst und Sorge macht.“ Das Dressur-Publikum applaudiert zu dieser Aussage.

Den Rest des Gesabbels erspare ich dem Leser; es würde sonst ausarten.

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