Anja Reschke verdient keinen Beifall

von ledler87

von Lion Edler

Die Kommentatorin der „Tagesthemen“, Anja Reschke, ist wieder einmal zu einer virtuellen Berühmtheit aufgestiegen. Millionen sahen ihren Kommentar über die Asylpolitik und über fremdenfeindliche Facebook-Postings. Hunderttausende drückten im moralischen Hochgefühl auf „gefällt mir“; ebenso Viele teilten den Kommentar als Video. Große Teile der Gesellschaft scheinen sich einig zu sein, wie die Lage zu bewerten ist: Hier stehen die bösen und niederträchtigen „Asylhasser“, dort die gute und mitfühlende Frau Reschke, die sich mutig gegen die rassistische Hetze stellt. Wer könnte da schon so kaltherzig sein, dass er auch nur die geringsten Einwände gegen den „Tagesthemen“-Kommentar erheben könnte? Doch so einfach, so Schwarz-Weiß, ist die Welt leider nicht.

Um nicht missverstanden zu werden: Reschke spricht in ihrem Beitrag durchaus ein reales Problem an, das auch Kritiker der Asylpolitik nicht kalt lassen sollte. Es trifft leider zu, dass die sozialen Netzwerke bei der Asylproblematik oftmals auch ihr hässliches Gesicht zeigen. Sofern es sich bei den unterirdischen Beiträgen um Gewaltaufrufe handelt, muss dagegen auch juristisch vorgegangen werden. Doch darum geht es Reschke nicht. Bei ihrer Forderung nach dem sozialen Pranger hat sie nämlich nicht nur Rechtsextremisten und Gewaltaufrufe im Visier, sondern auch alle, die in der Asylpolitik eine andere Meinung vertreten als Anja Reschke und der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Um dies zu erkennen, muss man in ihrem Kommentar genau hinhören.

Bereits zu Beginn ihres Kommentars nennt Reschke nämlich einige Aussagen, die früher nur unter Pseudonym geäußert worden seien, während sie heute leider in aller Öffentlichkeit verbreitet würden. Reschke fordert daher, jene Personen an den Pranger zu stellen, die sich so äußern. Als Beispiele für solche Äußerungen nennt sie: 1.) „Scheiß Kanacken!“, 2.) „Wie Viele sollen wir noch aufnehmen?“, 3.) „Soll man anzünden!“ Und da haben wir es bereits: Die Frage „Wie Viele sollen wir noch aufnehmen?“ wird in eine Reihe mit üblen Unflätigkeiten und Gewaltaufrufen gestellt. Wer also die Frage nach den Grenzen der Aufnahmefähigkeit Deutschlands stellt, wird hier in eine Ecke mit Mordaufrufen gegen Flüchtlinge gestellt. Es ist nicht das erste Mal, dass Reschke in der Asylpolitik in dieser extrem demagogischen und dreisten Weise argumentiert. Bereits im Januar hatte Reschke sich eine unglaubliche Entgleisung geleistet, indem sie den Holocaust bemühte, um gegen Pegida zu agitieren: Sie habe kürzlich eine Dokumentation über die Konzentrationslager gesehen, sie habe dort Bilder von Skeletten und verdrehten Gliedmaßen gesehen. Dann habe sie umgeschaltet, „und was sehe ich? Pegida-Demonstranten in Dresden, die sich aufregen über die vielen Ausländer in Deutschland. Ganz ehrlich, da ist mir dann wirklich schlecht geworden.“ Reschke zeigt hier ein Ausmaß an menschlicher Niedertracht, Schäbigkeit und Skrupellosigkeit, für die es keine Worte mehr gibt. Die Leichenberge des Holocausts werden als Spielzeug für ihre linksideologische Propaganda missbraucht. Infamer geht es nicht.

Ein halbes Jahr später fordert Reschke in ihrem viel diskutierten „Tagesthemen“-Kommentar allen Ernstes, man müsse doch über das Thema endlich „sachlich diskutieren“. Wahrscheinlich so sachlich wie in ihrem Holocaust-Pegida-Kommentar.

Denn dies ist die Definition von „Sachlichkeit“, die uns seit Jahren im öffentlich-rechtlichen Abrichtungsfunk verkauft wird: „Sachlich“ und „reflektiert“ ist alles, was linksliberal ist. Unsachlich ist von vornherein alles, was konservativ und rechts ist. Die Forderung, Wirtschaftsflüchtlinge in Deutschland aufzunehmen, ist sachlich. Alle gegenteiligen Meinungen sind unsachlich. Die Forderung, Balkanländer als sichere Herkunftsländer einzustufen, ist unsachlich, hetzerisch, populistisch; das Gegenteil ist sachlich. Je mehr man sich der linksliberalen Meinung von Anja Reschke und vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk annähert, umso „sachlicher“ und „reflektierter“ wird man von ganz alleine.

All die Lemminge, die sich am Reschke-Kommentar erfreuten und auf „Gefällt mir“ klickten, meinen es gewiss nur gut. Begreiflicherweise sind sie angewidert von manchen abstoßenden Facebook-Kommentaren, die nichts mehr mit legitimer Kritik an der Asylpolitik zu tun haben. Diese Lemminge begreifen aber nicht, dass es Reschke um etwas Anderes geht, und dass der Appell „gegen Ausländerfeindlichkeit“ ein trojanisches Pferd für ganz andere Interessen ist. Sie begreifen auch nicht, dass ein paar Hetz-Kommentare auf Facebook bewusst zu einem nationalen und gesamtgesellschaftlichen Phänomen aufgebauscht werden, um damit die Kritiker der Asylpolitik in die Defensive zu drängen und von den eigentlichen politischen Schieflagen abzulenken.

Man könnte über die von Reschke aufgeworfene Problematik und über Pauschalisierungen in der Asyl-Debatte diskutieren – wenn Reschke selbst glaubwürdiger wäre, und wenn sie auch von der anderen Seite der Medaille sprechen würde: Von massenhaft geduldetem Asylmissbrauch; von der systematischen Verdrehung von Zahlen und Fakten, die in der Einwanderungs- und Asylpolitik durch zahlreiche Medien betrieben wird; von dem immer stickiger werdenden Klima und dem alltäglichen rotgrünen Gesinnungsterror. Genau das tut sie aber nicht, und deswegen verdient sie für ihren „Tagesthemen“-Kommentar auch keinen Beifall. Ihr Kommentar ist oberflächlich, populistisch, primitiv und unverschämt.

So lange der öffentlich-rechtliche Rundfunk zu einem linksliberalen Abrichtungsfunk verkommt, so lange sich permanent über „Demagogie“ empört und dabei doch selbst nur demagogisch argumentiert wird, so lange Reschke und Co sich stets nur einäugig den wohlfeilen Teil der Wahrheit herauspicken, ist ihr Kommentar vor allem eines: Schäbig, selbstgerecht und erbärmlich verlogen.

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