Mit Jungmännern in den Untergang

von Lion Edler

Was sich derzeit in der Debatte über die Asylpolitik abspielt, ist nicht weniger als ein politischer Massenwahn. Die Insassen der Asyl-Gummizelle: Politiker, Medienkartell, aber leider auch ein naiver Teil der Bevölkerung, der eines Tages von seinen Kindern verflucht werden wird. Sinn und Bedeutung von Staatsgrenzen scheinen völlig aus dem Bildungskanon verschwunden zu sein. Dass Geld nicht unbegrenzt ist, sondern erst erarbeitet werden muss, ist einem Teil der Bevölkerung ohnehin nicht mehr zu vermitteln – insbesondere nicht den Studenten und sonstigen Künstlern. SPD-Chef Sigmar Gabriel irrlichtert gegenüber dem ZDF davon, dass Deutschland mit jährlich einer halben Million Asylbewerber „sicherlich klar käme“. Stilblüten einer Nation vor dem Abgrund.

Hier ein paar Fakten, die unserer degenerierten Spaßgesellschaft dabei helfen könnten, auf dem harten Boden der Realität aufzuklatschen: 1913 hatten Deutschland und Frankreich zusammen fast so viele Menschen wie das gesamte Afrika (110 Millionen zu 120 Millionen). 2013 hat Afrika bereits siebenmal so viele Einwohner wie Deutschland und Frankreich zusammen, nämlich über eine Milliarde Menschen. Zwischen 2010 und 2012 sank weltweit die Zahl der Unterernährten drastisch, während sie jedoch in Afrika massiv anstieg (von 175 auf 240 Millionen). Umfragen des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts PEW ergeben, dass zwei Drittel der in Afrika Verbliebenen – also rund 700 Millionen – ebenfalls gerne zu uns kämen. „In dem angezündeten Boot hat davon weniger als ein Millionstel ums Überleben gekämpft“, bemerkt der Soziologe Gunnar Heinsohn.

Die Vorstellung des fortschrittlichen Teils unserer Gesellschaft, dass wir einem relevanten Teil dieser 700 Millionen auch nur ansatzweise „helfen“ können, ist schlicht lächerlicher und lebensgefährlicher Wahnsinn. Allenfalls können wir – wenn überhaupt – Kriegsflüchtlinge und politisch Verfolgte aus kulturnahen Bereichen aufnehmen, nicht jedoch kulturfremde Wirtschaftsflüchtlinge. Es müssen unverzüglich Maßnahmen getroffen werden, darunter auch eine wesentliche Reduzierung von Sozialleistungen, die Abschiebung von Wirtschaftsasylanten und die sofortige Absicherung der Grenzen. Nichts davon ist aber in Sichtweite.

Bevor man lauthals eine „großzügige“ Aufnahme von Asylbewerbern fordert, sollte man zudem das Buch „Söhne und Weltmacht“ von Gunnar Heinsohn gelesen haben. Dann nämlich kann man das Gewaltpotenzial des asylpolitischen Experiments besser einschätzen. Heinsohn beschäftigt sich mit den Ursachen von Gewaltexzessen, Bürgerkriegen und Genoziden. Für Heinsohn ist primär nicht der Islam, sondern ein extremer Überschuss an jungen Männern für den Terrorismus verantwortlich. Explosiv wird die Lage nach Heinsohn, wenn ein sogenannter „Yough bulge“ entsteht, wenn also der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an der Gesamtbevölkerung bei über 20 Prozent liegt. Bei den größeren „Youth-bulge“-Staaten finde in 60 von 67 Fällen entweder Bürgerkrieg oder Völkermord statt.

Unter den 40 ersten Ländern der Weltkinderrangliste befänden sich rund 14 islamische Staaten; betrachte man von diesen 40 Staaten nur die 27 „Youth-Bulge“-Nationen, so seien darunter 13 islamische Staaten – also beinahe die Hälfte. In seiner detaillierten Analyse kommt Heinsohn mit überzeugenden Argumenten zu dem Schluss, „dass es bei überzähligen jungen Männern so gut wie immer zu blutigen Expansionen sowie zur Schaffung und Zerstörung von Reichen kommt.“ Und nun betrachten wird doch einmal die Alters- und Geschlechtsstruktur der heutigen Asylbewerber – kommt uns da irgendetwas bekannt vor?

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge registrierte für das Jahr 2014, dass 66,6 Prozent der Erstanträge auf Asyl in Deutschland von Männern gestellt wurden; 70,5 Prozent aller Bewerber waren unter 30 Jahre alt. Schlimmer noch: Je weiter ein Land entfernt ist, desto höher ist im Allgemeinen die Männerquote. Aus dem ostafrikanischen Eritrea, deren Asylbewerber als besonders kulturfern gelten können, kamen 80 Prozent der Bewerbungen von Männern. Es sind nun aber gerade die Asylbewerber aus Afrika, deren Zahlen aufgrund der Bevölkerungsexplosion immer mehr in die Höhe schnellen werden. 2014 waren nach Angaben von Eurostat 70 Prozent der EU-weit erfassten Asylbewerber männlich; besonders hoch war der Anteil bei den 18- bis 34-Jährigen (77 Prozent). Solche Zahlen werden vom medialen Lügenkartell so gut wie nie erwähnt. Das Problem ist eben nicht primär, dass es sich bei den Asylanten um Ausländer, Afrikaner oder Moslems handelt – sondern dass es zu viele junge Männer sind.

In der ganzen Diskussion wird verschämt ausgeblendet, dass die Aufnahme einer solch gigantischen Zahl von Jungmännern auch ein gewaltiges sexuelles Dilemma impliziert. Hunderttausende und womöglich bald Millionen Jungmänner aus Afrika und Asien addieren sich zu 5,07 Millionen in Deutschland lebenden Jungmännern, die zwischen 20 und 30 Jahre alt sind (Statistisches Bundesamt, 2012). Auf diese 5,07 Millionen Jungmänner kommen in dieser Altersgruppe aber nur 4,88 Millionen Frauen, und nun kommt noch eine gewaltige Männerschwemme aus dem Ausland hinzu. Es ist mir vollkommen unklar, wieso unsere Gutmenschen auf die Idee kommen, dass dieser Verteilungskonflikt unblutig enden würde. Aus naheliegenden Gründen werden große Teile der Asylbewerber zunächst schlechte Karten bei den hiesigen Frauen haben. Eine Minderheit wird freilich dazu übergehen, sich mit Gewalt und Zwang zu nehmen, was sie auf freiwilliger Basis nicht bekommen werden – doch damit nicht genug.

Jene, die trotz der Schwierigkeiten eine Frau finden, werden sich umso rasanter fortpflanzen. Dadurch wird alles noch schlimmer: Wenn man nämlich die günstigen „offiziellen“ Statistiken verwendet, beherbergt Deutschland schon jetzt rund drei Millionen Arbeitslose. Man kann nur extrem naiv sein, wenn man nicht erkennt, dass es für viele Asylbewerber bereits jetzt finster aussieht: Viele werden sich am unteren finanziellen Ende einfinden, Viele werden lebenslänglich Sozialhilfe beziehen. Nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) ist bei 15 bis 20 Prozent der erwachsenen Asylbewerber mit Analphabetismus zu rechnen. Überwiegend werden sich die Einwanderer beruflich und sozial, aber auch sexuell auf der Verliererseite der Gesellschaft einfinden. Diese doppelte Demütigung, die sie nicht nur als individuelle, sondern als kollektive Demütigung ihrer Ethnie empfinden werden, kann zwangsläufig nur zu Hass und Gewalt gegen die weißen Deutschen führen. Dies wiederum wird zu einem Anstieg von Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus führen, sodass eine Spirale der blutigen Eskalation in Gang gesetzt wird.

Viele Muslime, die ihren Glauben zunächst im Rahmen der Gesetze leben, werden sich daher von islamistischen Scharfmachern radikalisieren lassen. Bei etwaigen Gewalttaten und Sexualverbrechen an Deutschen wird es einen Freibrief durch eine „deutsche“ Justiz geben, die bereits jetzt wie eine türkische Besatzerjustiz agiert und Einheimische zum Freiwild gemacht hat. Gleichzeitig kann sich die Unterschicht der Asylanten mit dem „Wasch-gukscht-du“-Mob verbünden. Diese Koalition wird dann die ohnehin feminisierten und verweichlichten deutschen Jungmännern in eine Zange zu nehmen, aus der sie nie wieder heraus kommen. Die klaffende Differenz zwischen der Geburtenrate von Deutschen und Asylanten wird ein Übriges ergeben: Binnen kürzester Zeit entsteht ein ethnisch zersplitterter Vielvölkerstaat mit „Youth bulge“, dessen gewalttätige „Segnungen“ man überall auf der Welt beobachten kann. Wenn der frustrierte Teil der Einwanderer dann auch noch extremistische Parteien gründet, die aufgrund der demographischen Entwicklung binnen kürzester Zeit an die Macht kommen, dann sind die Einheimischen endgültig des Todes.

Vor dem Hintergrund des drohenden Erstarkens des Islamismus ist es besonders grotesk, dass ausgerechnet viele Feministen die aktuelle Asylpolitik gutheißen oder sogar noch mehr Asylbewerber aufnehmen wollen. Denn es sind ja gerade die Frauenrechte, die im Zuge der Asylpolitik auf den Stand von islamistischen Dritte-Welt-Ländern absacken werden. Ähnlich verhält es sich mit den Homosexuellen, deren verblödete Lobbyvertreter sich ebenfalls vor den Karren der Asyl-Hurra-Propaganda spannen lassen. Völlig unverständlich ist mir auch, dass die von mir durchaus geschätzte und integrationsbefürwortende „Islamische Zeitung“ ebenfalls in Asylbesoffenheit schwelgt. Vielen gemäßigten Moslems ist offenbar nicht klar, dass sie sich mit dieser Asylwelle Probleme ins Land holen, für die man sie pauschalisierend in Mithaftung nehmen wird.

Man würde sich jedoch auf Symptome fixieren, wenn man nur über die „unkontrollierte Einwanderung“ lamentierte. Wir haben es auch keineswegs nur mit einer „Politikkrise“ oder einer „Demokratiekrise“ zu tun. Dass in der Asylpolitik keine deutschen Interessen mehr vertreten werden, ist vielmehr nur das Symptom einer pathologisch kranken Gesellschaft, die sich ihrer nationalen Identität und Wurzeln nicht mehr sicher ist. Mit der Völkerwanderung wollen sich die Deutschen auflösen wie ein Stück Zucker im Tee, um ihren „spezifisch abendländischen Schuldkomplex“ (Thilo Sarrazin) zu kompensieren. Daniel Goldhagen und Claudia Roth stehen kurz vor dem Ziel: Wir leben in einer Nation, die ihre Sprache mit schwachsinnigen Anglizismen zerstört, die ihre Soldatendenkmaler direkt neben einem Pinkelbecken aufstellt und die den Wunsch nach dem Überleben des eigenen Volkes als rechtsradikal brandmarkt. Eine solche Nation ist nicht Opfer der EU, der Griechen, des Islams, der Einwanderer oder sonstiger äußerer Einflüsse, sondern lediglich Opfer ihres eigenen nationalen Selbsthasses.

Die von den USA induzierte Asylkatastrophe wäre jedoch nicht möglich ohne eine Lügenpresse, deren charakterliche Lumpigkeit und Schäbigkeit kaum in Worte zu fassen ist. Bilder von toten Kindern werden schamlos instrumentalisiert, um den moralischen Zeigefinger gegen all Jene zu erheben, die sich für gesicherte Grenzen und für die Abschiebung von Wirtschaftsasylanten aussprechen. In der Nachkriegszeit wurde in Deutschland von den alliierten Besatzungsmächten die Lizenzpresse eingeführt, die mehr oder weniger als Sprachrohr der Alliierten agierte. Heute ist die Lizenzpresse abgeschafft, aber die Mentalität scheint bei den Journalisten weiter zu leben. Egal, ob man ein bürgerliches Blatt oder eine linksradikale Gazette liest: Sämtliche Leitmedien verhalten sich in der Asylfrage so, als bildeten sie die Kriegspropaganda in einem psychischen Vernichtungskrieg gegen Deutschland.

Rette sich, wer kann. In ihrem eigenen Staat sind die Deutschen entrechtet und zum Freiwild gemacht worden. Die Multikulti-Illusionen der Linken und der Opportunismus des Bürgertums verschmelzen zu einem satanischen Gebräu, das einen ganzen Kontinent in den Abgrund zu reißen droht. Wer ein schauerliches Gemetzel verhindern will, der sollte sich lautstark gegen diese Regierung und ihre kriminell verantwortungslose „Asylpolitik“ zu Wort melden. Und zwar nicht erst in ein paar Jahren – sondern jetzt. Wenn sich nichts ändert, treiben wir mit Jungmännern in den Untergang.

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10 Kommentare

  1. Wir müssen wohl warten bis der Leidensdruck für die einheimische Bevölkerung zu groß wird. Vorher werden sich die Leute nicht engagieren oder auf die Straße gehen, um zu demonstrieren. Denn es gibt keine Politiker, die Konservatismus wieder attraktiv erscheinen lassen. „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern!“ fällt mir dazu ein. Altbacken, braun, verklemmt, ungebildet. Das stellt man sich doch unter „konservativ“ vor. Ich wünschte wir hätten jemanden oder mehrere, die das Konservative schwungvoll und „sexy“ darstellen würden.
    Die Leute werden sich erst dann wieder nach rechts wenden, wenn ihnen die Wirtschaftsflüchtlinge ihnen auf der Nase herumtanzen und es vielleicht zu den typischen Ereignissen kommt, die einem jeder Kulturwissenschaftler vorhersagen kann. Aber anscheinend haben Wissenschaftler keinen Zutritt bei den Mächtigen in diesem Land…

    Der Blogtext ist großartig, habe wieder viel gelernt! Vorhin dachte ich noch, schade, Millionen Menschen verbringen ihre Zeit damit Schrott-Texte von Bohlen, Bild und Bettina W. zu lesen.
    Ist es nicht furchtbar frustrierend zu sehen, dass die Menschen seit nun schon Tausenden von Jahren immer wieder die selben Fehler machen und in dieselben Fallen treten? Und das obwohl man die Fehler gar nicht wiederholen braucht, weil es genug Geschichte gibt, die einen warnen kann. Wenn die Menschen in den westlichen Demokratien tatsächlich wieder in einer Diktatur landen,dann braucht man diesmal kein Mitleid mit ihnen haben. Sie wußten es vorher.

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  2. Ich fand schon vor Jahren, dass Gunnar Heinsohn mit „Söhne und Weltmacht“ ein bemerkenswerter Denkansatz gelungen war. Trotzdem empfinde ich die aktuelle Situation nicht als so drohend, wie im Text beschrieben. Schließlich muss man die Zahl der Flüchtlinge in Relation zur Bevölkerungszahl sehen. Viel mehr Gefahr sehe ich in der planlosen bzw. hilflosen Politik der Kommunen, die mit dem Problem mehr oder weniger allein gelassen werden. Die Folge ist jene Ghettopolitik, die wir schon seit Jahren beobachten und aus der das beschriebene Gewaltpotenzial erfolgt.

    Ich hab auch Verständnis für die Italiener, die mittlerweile die Massen einfach durchwinken. Schließlich haben sie das Problem schon seit Jahrzehnten, aber ihre Rufe nach Unterstützung bei der Sicherung ihrer Grenzen verhallten ungehört. Da wuschen die Europäer gern ihre Hände in Unschuld im christlich-jüdischen Abendland. Niemand will Probleme wirklich lösen.

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  3. Kleine Korrektur: Es gibt keinen Islamismus, der ist eine Erfindung der «Lügenpresse», die keine Ahnung vom Islam hat und politisch korrekt gleichgeschaltet ist. Islamismus ist ein radikaler, authentischer Islam, der die ganzen faulen Kompromisse der «gemäßigten» Muslime nicht eingehen will. Zwischen Salafiten, dem IS und den Wahhabiten gibt es nur geringe Unterschiede. Die wetteifern aber durchaus um die Macht und bekämpfen sich deshalb auch mitunter. Aber ideologisch sind sie auf einer Linie. Das Grundproblem ist die vollkommene Unvereinbarkeit des Islams mit der aufgeklärten und freiheitlichen Gesellschaft. Das Ziel ist immer der islamische Staat, das Dar al-Islam, nie das Leben im Dar al-Harb.

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  4. Edlers „Mit Jungmännern in den Untergang“ ist das Beste vom Besten, was ich in den letzten Wochen zum Thema gelesen habe. Es müßte als Flugblatt über allen Dörfern und Städten abgeworfen, an Schulen und Universitäten verteilt, und in jeden Hausbriefkasten gesteckt werden. Wer von den Kommentatoren meint, Herr Edler übertreibe doch wohl ein wenig, so schlimm sei es doch (noch) nicht, wird noch in diesem Jahr eines schlimmeren belehrt werden. Jede Wette. Ich kann also nur warnend Edlers Schlußsatz widerholen:
    Wer ein schauerliches Gemetzel verhindern will, der sollte sich lautstark gegen diese Regierung und ihre kriminell verantwortungslose „Asylpolitik“ zu Wort melden. Und zwar nicht erst in ein paar Jahren – sondern jetzt. Wenn sich nichts ändert, treiben wir mit Jungmännern in den Untergang.
    Hartmut Amann, 72,72
    Freiburg
    Siehe auch hartmutsplog.wordpress.com
    Straßenlaterne A.
    PS: Ich werde in Kürze einen Aufruf zur Abspaltung Badens von Württemberg starten, danach Verabschiedung von der Bundesrepublik und Eingliederung in die Schweiz als nördlichsten Kanton. Tut mir leid für die anderen, aber so ist das Leben.

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  5. Multikulti? Probleme zwischen Deutschen und Muslimen? Kulturelle Unterschiede? Davon kann ich genug berichten. Ich bin in den 90ern in Berlin auf eine Realschule mit hohem Ausländeranteil gegangen und im Ruhrgebiet auf ein Gymnasium mit 40%. Damals war die Multikultihysterie noch nicht so im Gange, und es war auch keine deutsche Ersatzreligion,allerdings bin ich mir sicher,dass sich folgende Situation heute nicht anders abspielen würde. Und die Gefühle wären auch dieselben. Hier also eine kleine Posse aus dem links-grünen Wunschtraumuniversum:
    Unser Pädagogiklehrer, ein überzeugter Linker, überraschte unseren LK eines Tages mit der Aussage, es störe ihn, daß wir immer alle so nach Nation und Kultur geordnet säßen. Warum täten wir das? Wir antworteten, weil wir mit diesen Leuten befreundet sind.
    Lehrer: „Aber kennt ihr denn die anderen?“
    Schüler: „Natürlich! Wir reden ja auf dem Schulweg, Pausenhof oder vor dem Klassenraum miteinander.“
    Lehrer: „Aber unternehmt ihr denn in der Freizeit auch was gemeinsam?“
    Schüler : „Kaum.“ Schüler 2: „Selten.“
    Lehrer: „Warum denn nicht?“
    Deutsche Schülerin „Hm, na weil, das ist eben so. Man hat mehr Gemeinsamkeiten.“
    Türkischer Schüler: „Wir sprechen ja oft so deutsch-türkisches Kauderwelsch, wie hier bei Diskussionen. Da greifen Sie ja auch immer ein (grinst).“
    Slowakin: „Wir Mitteleuropäer sind stiller, hören andere Musik, sind westlicher.“
    Iranerin: „Das ist wegen der Religion. Das vereint.“
    (Eine hitzige, lautstarke Debatte hebt an. Es gibt auch säkulare Türken, Kurden etc im Kurs. Wir Europäer schauen entnervt zur Decke. Das Gekeife kennen wir schon.)
    Der Lehrer greift ein: „So! Ihr setzt euch jetzt mal alle durcheinander. Das nervt mich total, dieses Türken in der einen Ecke, Deutsche in der anderen, dazwischen 2 Bosnier und überhaupt, ihr kennt euch ja, ihr gewöhnt euch schon dran.“

    Da saßen wir nun. Links neben mir saß einen Türkin, rechts eine Kurdin (Nein, ich war kein Pufferkissen, im Unterricht waren die meistens alle „brav“, man konnte sogar einen Bosnier neben einen Serben setzen; die Wortgefechte gingen – wenn überhaupt – erst in der Pause los.)
    Wir wurden zusehends unruhiger, haben unseren Freunden, die irgendwo verstreut saßen, Zettelchen geschrieben, die jeder, unabhängig von seiner Nation sehr verständnisvoll weiterreichte. Wir grinsten uns an, machten Zeichensprache und fühlten uns irgendwie unwohl. Nach 30 Minuten fragt eine Deutsche leicht entnervt: „Können wir uns jetzt wieder normal hinsetzen?“
    Lehrer: „Nein.“

    Nach der Stunde stellten wir zu unserem Erstaunen fest, daß wir uns alle NOCH NIE so einig waren wie in diesem Fall! Wir wollten in unserer Kultur zusammensitzen! Darin waren wir absolut EINER MEINUNG!
    Nächster Tag, nächste Stunde. Wir setzen uns wieder so hin, wie wir es gewohnt sind: neben unsere Freunde, die die gleiche oder ähnliche Kultur haben.

    Lehrer gereizt: „Jetzt sitzt ihr ja schon wieder so da! Los, setzt euch wieder auseinander!“
    Türke 1: „Nein, wir setzen uns nicht wieder auseinander! Wir wollen neben unseren Freunden sitzen!“
    Türke 2: „Oder wir streiken, Herr F.! Echt jetzt. Wir boykottieren den Unterricht!“
    Slowakin: „Das ist doch bekloppt. Sie können uns doch nicht von unseren Freunden wegsetzen, bloß weil Sie es scheiße (O-Ton) finden, daß wir die gleiche Kultur haben oder aus dem gleichen Land kommen. Was soll der Blödsinn?“
    Lehrer: „Es nervt mich eben. Diese blöden Nationen verursachen nur Krieg, und Kulturen müssen sich kennenlernen, um…“
    Alle laut durcheinander: „Aber wir kennen uns doch!!!“
    Türke 2: „Was wollen Sie überhaupt? Wir kennen uns alle, wir reden jeden Tag miteinander, sehen uns, arbeiten zusammen in der Schule wenn Gruppenarbeit ist, quatschen in der Raucherecke miteinander, also, echt, ich verstehe Sie nicht, warum versuchen Sie uns von unseren Freunden zu trennen?“
    Lehrer resigniert und lächelt friedensstiftend: „Also, na gut, ihr versteht es nicht. Dann sitzt ihr eben wieder so doof in euren Grüppchen. Türken da, Kurden da, Deutsche da. Ich wollte euch bloß die Möglichkeit geben, euch besser kennenzulernen und vielleicht neue Freundschaften zu knüpfen.“
    Wir rollen mit den Augen, schmunzeln, schütteln entnervt den Kopf oder machen einfach nur „Puuuuh!“ DER hat vielleicht Sorgen, uff.

    Das Ganze war sicherlich sehr nett gemeint und hatte als Ziel den „großen Weltfrieden“ und „das verbrüderte Menschenvolk“ aber leider hat uns gerade dieser Zwang zur Durchmischung gestresst und aggressiv gemacht. Und hätte er uns weiter gezwungen, so hätten wir sicherlich ironischerweise irgendwann angefangen uns zu verbrüdern und zu verbünden. Allerdings gegen den Lehrer. Und mit einem Ziel: Wieder getrennt sitzen zu dürfen.

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