TTIP-Kritiker unter Verdacht

von ledler87

Zum Freihandelsabkommen mit den USA („TTIP“) habe ich noch keine abgeschlossene Meinung, weil ich mich nicht genug damit auskenne. Manche Argumente für und gegen das TTIP sind wohl berechtigt, Anderes fällt eher unter Panikmache (z.B. Chlorhühnchen-Frage). Man tastet sich also an das Thema heran, wägt dieses und jenes Argument gegeneinander ab, betrachtet die wirtschafts- und außenpolitischen Aspekte. Und dann liest man folgende Überschrift bei „Spiegel online“:

„“Stoppt TTIP“-Demo: Schauermärchen vom rechten Rand“
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ttip-bei-der-demo-marschieren-rechte-mit-kommentar-a-1057131.html

Im weiteren Text von Alexander Neubacher heißt es dann, die Proteste gegen das TTIP bedienten „vor allem rechtspopulistische Ressentiments“. Es wird geschrieben von „Nationalisten am rechten Rand“, von der NPD, von „Ultranationalisten“, und so weiter, und so fort. Im Artikel finden sich Sätze mit folgendem Niveau:

„Die Kampagne gegen den Freihandel ist wie auf dem braunen Mist gewachsen.“

Wir sehen hier wieder einmal ein „beeindruckendes“ Beispiel dafür, dass bereits die geringste Abweichung von der obrigkeitlich erwünschten Meinung genügt, um ins Fadenkreuz der Antifa-Inquisition zu geraten. Dazu muss man noch nicht einmal die Einwanderungspolitik kritisieren oder sich für Patriotismus aussprechen; die Multikulti-Jünger sollten sich also nicht einbilden, dass sie fein raus wären.

Wie gesagt: Ich habe zum TTIP-Abkommen noch keine abgeschlossene Meinung. Möglicherweise würde ich nach genauerer Prüfung der Argumente zu dem Schluss kommen, dass ich das Abkommen grundsätzlich begrüße. Aber wenn man anschließend solche primitiven Artikel auf „Spiegel online“ liest, ist man so angewidert, dass man aus Prinzip beinahe schon wieder dagegen sein möchte.

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